Mein Arbeitsplatz

Der Herr der "weißen Kunst"

Oleg Prutov (39) ist Papiertechnologe bei Steinbeis Papier.

Martin Lukas Kim

"Spannend ist es, wenn wir neue Produkte fahren und sich die Abläufe verändern", sagt Oleg Prutov. "Spannend ist es, wenn wir neue Produkte fahren und sich die Abläufe verändern", sagt Oleg Prutov.
01.09.2017
  • Von: Michaela Ludwig
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Ich arbeite seit meiner Ausbildung vor 15 Jahren im Unternehmen. In den Jahren habe ich mich vom Springer bis zum Maschinenführer hochgearbeitet. Das ist mein Traumjob. Technik hat mich schon immer fasziniert – obwohl ich vorher etwas vollkommen anderes gemacht habe: Zu Hause – in Kasachstan – habe ich Wirtschaft studiert und nach meiner Ankunft in Deutschland Fliesenleger gelernt.

Mein Arbeitsplatz ist die Papiermaschine. Sie ist 120 Meter lang und knapp fünf Meter breit. Die meiste Zeit verbringe ich in der Warte und überwache den gesamten Produktionsablauf an den Monitoren. An der Maschine selbst ist immer noch Handarbeit gefragt: Ich messe die Bespannung des Siebes, um sicherzugehen, dass das Wasser-Papier-Gemisch ausreichend entwässert. Das erkenne ich häufig schon am Glanz des Gemisches. Dafür braucht es Erfahrung. Auch die Geschwindigkeit behalte ich im Blick. Die Papierbahn läuft über Zylinder und wird immer schneller. Am Schluss, beim Aufrollen, macht sie 1200 Meter pro Minute!

Spannend ist es, wenn wir neue Produkte fahren und sich die Abläufe verändern. Wir führen gerade Papier für den Digitaldruck ein. Da heißt es viel probieren, um die optimale Qualität zu erreichen. Überhaupt ist die Qualitätskontrolle wesentlicher Teil meiner Arbeit. Da wir unser Papier aus Altpapier herstellen, muss ich in jeder Charge überprüfen, dass nicht zu viele Klebstoffflecken auf den Bögen sind. Das würde den Druck beeinträchtigen. Dafür untersuche ich die Papierproben unter dem Mikroskop. Sind es zu viele Flecken, muss die Charge zurück in die Aufbereitung.

Die Arbeit in der Halle ist körperlich sehr anstrengend. Wenn im Hochsommer eine Störung auftritt, die Maschine stoppt und alle Tore an der Trocknung hochgehen, haben wir Temperaturen von 50 Grad und eine irre hohe Luftfeuchtigkeit. Dann bist du nach ein paar Stunden Arbeit völlig fertig. Da ist es wichtig, sich fit zu halten. Denn ich möchte den Job noch viele Jahre machen.

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