Ausbildung

"Ich empfehle es jedem!"

Mit der Initiative "Start in den Beruf" machen die Chemie-Sozialpartner Jugendliche fit für einen Ausbildungsplatz. Erol Afsar hat das Programm durchlaufen -  und seit August eine Lehrstelle.

Andreas Reeg

Erol Afsar Ein Olympiasieger hat ihn motiviert: Erol Afsar nahm sich an Gewichtherber Matthias Steiner ein Beispiel, wie man eigene Stärken erkennen kann.
29.08.2014
  • Von: Axel Stefan Sonntag

"Ich wollte mir nicht noch mehr Steine in den Weg legen, sondern meinen Weg verkürzen", beantwortet Erol Afsar die Frage, weshalb er sich für das Förderprogramm "Start in den Beruf" beim BASF-Ausbildungsverbund beworben hat. Ohne Schulabschluss und ohne Ausbildung arbeitete der 23-Jährige als Arbeiter in der Logistik. "Da hat man es natürlich schwer, Geld zu verdienen und überhaupt voranzukommen", stellte er nach sechs Jahren ernüchternd fest.

Sein Vater, seit mehr als 20 Jahren bei der BASF, drängte ihn zur Teilnahme bei "Start in den Beruf". Erol informierte sich, gab seine Bewerbung im BASFBetriebsratsbüro ab. Mit Erfolg: Im September 2013 bekam er seine "letzte Chance", wie er heute selbst sagt. Die Vorbereitung auf einen Ausbildungsplatz bei einem Partnerbetrieb begann mit einem zweiwöchigen, von der BASF organisierten Integrationsworkshop. Gemeinsam mit Dozenten der Popakademie Baden-Württemberg bereitete er ein Konzert vor.

Von Matthias Steiner, Olympiasieger im Gewichtheben, erfuhr er, wie man nach Schicksalsschlägen wieder auf die Beine kommt. »Das alles mit dem Ziel, eigene Stärken zu erkennen, Erfolge zu feiern – aber auch, mit Konflikten und Defiziten angemessen umzugehen«, sagt Claus Hitschler, Leiter des BASF-Ausbildungsverbundes.

Es folgte ein auf zwölf Monate angelegter Mix aus betrieblicher Praxis, theoretischer Unterweisung und sozialpädagogischer Betreuung. An das erste Ausbildungsjahr angelehnte, praktische Tätigkeiten wechselten sich ab. Das Ziel: ein Ausbildungsplatz.

Arbeitnehmervertreter und teilnehmende Betriebe investieren dafür viel. "Die Betreuung der jungen Menschen ist intensiver, wir nehmen uns viel Zeit für Gespräche", sagt BASF-Betriebsrat Arthur Hofmann. "Und natürlich sind die Teilnehmer voll in die Veranstaltungen der Jugend- und Auszubildendenvertretung integriert."

Erol Afsar hat seine Chance genutzt: Bei der Marti Bauunternehmung hat er am 1. August eine Lehrstelle als Maurer angetreten. "Ich habe nun endlich den Beruf, den ich schon immer haben wollte", sagt er. Eine leere Worthülse ist das nicht. Denn Erol plant bereits, sich am Ende seiner Ausbildung in die Meisterschule einzuschreiben. Den Hauptschulabschluss hat er bereits im Rahmen des Programms nachgeholt.

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