IG BCE aktuell 8/2018

Freihandelsabkommen mit Japan setzt Maßstäbe

Die EU-Staaten haben dem Freihandelsabkommen „JEFTA“ zugestimmt. Nach etwa fünfjähriger Vorbereitung wurde das Japanisch-europäische Freihandelsabkommen beim EU-Japan-Gipfel im Juli beschlossen um die wirtschaftlichen Beziehungen zu vertiefen und ein Zeichen gegen die Zollpolitik der USA unter Trump zu setzen.

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16.08.2018

Dabei ist das Abkommen, das vor knapp einem Monat weitgehend unbeachtet unterzeichnet wurde, nicht weniger als der größte jemals abgeschlossene Freihandelspakt. Japan ist die viertgrößte Volkswirtschaft nach den USA, der EU selbst und China und damit für europäische Unternehmen ein äußerst interessanter Absatzmarkt. Abgebaute Handelshemmnisse und abgeschaffte Zölle sollen das Wachstum ankurbeln und neue Jobs schaffen – in der EU wie auch in Japan.

Zusammen haben die Mitgliedsländer des neuen Abkommens mehr als 600 Millionen Einwohner und stehen für knapp 30 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Die japanische Regierung hatte zuletzt auf einen raschen Abschluss gedrängt, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Abwendung der USA vom transpazifischen Freihandelsabkommen. Ein deutliches Zeichen, dass Europa in Asien als Handelspartner ein größeres Gewicht zukommt.

Entscheidend für Deutschland und Europa ist aber, dass man sich auf ein Abkommen einigen konnte, dass in allen Bereichen hohe Standards erfüllt. Neben abgebauten Handelshemmnissen einigte man sich auch auf hohe Schutzstandards für Verbraucher, Umwelt und Arbeitnehmer. Auch eine Zusammenarbeit bei den Themen Energiesicherheit und Digitalisierung wurde vereinbart. Dies war auch möglich, weil Japan mit Europa neben den langen gewachsenen wirtschaftlichen Beziehungen auch eine Wertegemeinschaft verbindet. So ist dieses Abkommen, ähnlich wie das Abkommen mit Kanada, ein Gewinn nicht nur für die Unternehmen, sondern auch für die Menschen.

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