Betriebsrat bespitzelt

Krachende Niederlage für Neupack

Der Einsatz von Detektiven gegen einen krankgeschriebenen Mitarbeiter greift in die Persönlichkeitsrechte ein und ist ohne Verdachtsgrund unzulässig: Mit dieser Argumentation wies das Hamburger Arbeitsgericht jetzt die jüngste Zustimmungsersetzungsklage des Verpackungsherstellers Neupack zur Kündigung seines Betriebsratsvorsitzenden zurück.

IG BCE

Neupack Betriebsrat Ralf Duda (links) und Betriebsratsvorsitzender Murat Günes. Neupack Betriebsrat Ralf Duda (links) und Betriebsratsvorsitzender Murat Günes.

 Das Unternehmen hatte Murat Günes¸ mit der Begründung entlassen wollen, er habe eine Krankheit nur vorgetäuscht. Um das zu beweisen, hatte ein Detektiv Günes¸ und seine Familie wochenlang verfolgt und Berichte über seine Bewegungen während der Arbeitsunfähigkeit verfasst. Der Arbeitgeber versuchte sogar die Vertrauenswürdigkeit des behandelnden Arztes beim Ausschreiben von Krankschreibungen in Zweifel zu ziehen. Harald Humburg, Rechtsanwalt des Betriebsrats, vermutet als Motiv hinter diesen Aktionen »Union Busting«, die absichtliche Zerstörung gewerkschaftlicher Aktivitäten im Betrieb: »Das Unternehmen will Murat Günes¸ loswerden wegen des Streiks vor zwei Jahren «, sagt er. In diesem Fall zielte die Zerstörung auf den Menschen selbst: »Eine derartige Verfolgung und solche Prozesse kann man nur durchhalten, wenn man eine so enorme Solidarität erfährt wie Murat Günes ¸«, sagt Gewerkschaftssekretär Rajko Pientka.

Ein weiterer Fall von Mitarbeiterbespitzelung

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