Chemie-Tarifrunde 2015 / Großdemo in Hamburg

IG BCE im Norden: " Wir haben mehr verdient!"

Mehrere tausend Mitglieder der IG BCE aus ganz Norddeutschland sind am 25. März in Hamburg für ihre Forderungen in der Tarifrunde der Chemieindustrie auf die Straße gegangen.

Morten Strauch

Chemie-Tarifrunde 2015 / Demo Hamburg Für 4,8 % mehr und eine Weiterentwicklung des Demografie-Tarifvertrags: Chemie-Beschäftigte aus Norddeutschland demonstrieren in Hamburg.
25.03.2015

Die Gewerkschaftsjugend sammelte für die IG-BCE-Forderung von 4,8 Prozent Entgelterhöhung Unterschriften auf Riesen-Luftballons; Künstler auf Stelzen mischten die Menge vor dem Hauptbahnhof auf. Einen Tag vor der vierten Verhandlungsrunde in Stuttgart soll so der Druck auf die Arbeitgeber steigen, ihr Angebot von 1,6 Prozent Entgelterhöhung in 15 Monaten deutlich zu verbessern und den Tarifvertrag "Demografie und Lebensarbeitszeit" auszubauen.

"Schaut her ihr Arbeitgeber, hier sind eure Leute. Die haben mehr verdient!", rief der Leiter des IG-BCE-Landesbezirks Nord, Ralf Becker, den Demonstrierenden zu. Bisher seien Verhandlungen in der Chemieindustrie auf Augenhöhe geführt worden. Dieses Mal jedoch zeigten sich die Arbeitgeber respektlos und geringschätzig. Becker: "So geht man nicht mit Partnern um. Entweder setzen sie in Stuttgart Signale, die einen Abschluss möglich machen, oder wir werden erleben, dass eine Tarifrunde auch in der chemischen Industrie lang und teuer werden kann".

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    Morten Strauch

    Für 4,8 % mehr und eine Weiterentwicklung des Demografie-Tarifvertrags: Chemie-Beschäftigte aus Norddeutschland demonstrieren in Hamburg.

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Einen Arbeitskampf in der Chemieindustrie - den ersten seit mehr als 40 Jahren - wollte auch IG-BCE-Verhandlungsführer Peter Hausmann nicht ausschließen. Wenn in Stuttgart kein tragfähiger Kompromiss gefunden werde, sei die Gewerkschaft jederzeit handlungsfähig, betonte der Tarifpolitiker. Eine faire Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg der Branche stehe den Beschäftigten zu. Das von den Arbeitgebern am 12. März vorgelegte Angebot hatte die IG BCE als "Provokation" zurückgewiesen.

Kamile Gökce, Betriebsrätin bei Johnson&Johnson, hob die Bedeutung des Demografie-Tarifvertrags hervor: "Wir brauchen planbare Möglichkeiten zum Ausscheiden aus dem Arbeitsleben und Auszeiten für die Pflege von Angehörigen." Jan Eulen, Leiter des IG-BCE-Bezirks Hamburg/Harburg, verwies auf die guten Aussichten der chemischen Industrie in der Erwartung ihrer eigenen Führungskräfte. Umso mehr Unmut herrsche unter den Beschäftigten über das geringe Angebot. Ein akzeptables Ergebnis sei immer noch möglich, aber: "Wir können auch anders".

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