Körpersprache

Wenn die Hände Bände sprechen

Feste zudrücken oder eher schlaff hängen lassen? Körpersprache ist das A und O - auch in der Arbeitswelt. Wir erklären, wie Sie mit Ihren Händen im Job souverän umgehen.

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Der erste Eindruck ist oft entscheidend: Schon der Händedruck zeigt, mit wem man es zu tun hat. Der erste Eindruck ist oft entscheidend: Schon der Händedruck zeigt, mit wem man es zu tun hat.
30.05.2013
  • Von: Katrin Schreiter

"80 Prozent der Kommunikation läuft nonverbal ab. Stimme und Inhalt teilen sich den Rest", sagt Caroline Krüll. "Vor allem Hände und Füße erzählen", weiß die Kommunikationstrainerin, die sich seit vielen Jahren mit dem Thema Körpersprache beschäftigt.

Schon den Kleinsten sehe man an, wenn sie gute Miene zu bösem Spiel machen müssen. "Wenn der kleine Junge Tante Erna nicht begrüßen will, weil er sie nicht mag, er aber 'Guten Tag' sagen muss, dann ballt er die Hände zu Fäustchen oder presst die Oberarme dicht an den Körper", sagt Caroline Krüll. Für die Expertin ein logisches Phänomen: "Wer sich verstellt, leitet auch seine innere Energie um", erklärt sie. "Das meiste davon geht eben in die Hände und Füße." Sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen.

Doch nicht immer will man auf diese Weise seine Gedanken und Gefühle mitteilen. Vor allem am Arbeitsplatz, wenn es um eine Gehaltsverhandlung oder ein Bewerbungsgespräch geht, erzählen Hände und Füße oft Dinge, die man eigentlich gar nicht preisgeben möchte. Der erste Eindruck ist oft der entscheidende: "Der Begrüßung kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu. Schon der Händedruck zeigt, mit wem man es zu tun hat", sagt Caroline Krüll und erklärt das an konkreten Beispielen: "Beim dominanten Händedruck zeigt der Handrücken beim Handschlag nach oben. Die Hand des Gegenübers wird nach unten gedrückt." Ein klarer Führungsspruch, so die Kommunikationstrainerin.

"Das Gegenstück dazu ist der untergeordnete Händedruck. Hier wird ebenfalls die Hand gedreht – allerdings zeigt die Innenfläche nach oben. Wer so die Hand gibt, signalisiert, dass er den anderen in der Führungsrolle akzeptiert." 

Eine wichtige Botschaft sendet dabei der Händedruck an sich: "Zu schlaff wirkt wenig selbstbewusst, zu fest dagegen unsensibel", sagt Caroline Krüll. Besonders ärgert sich die Berlinerin, wenn Männer Frauenhände quetschen – vor allem wenn diese Ringe tragen. "Das hat nix mit starken Typen zu tun. Ich frage mich eher: Haben diese Typen überhaupt was im Kopf?" Auch Distanz und der Blickkontakt komplettieren den ersten Eindruck bei der Begrüßung. "Hilflos ist man seinen Händen nicht ausgeliefert", so Caroline Krüll.

"Wer sicher auftreten will, sollte sich seine Körpersprache bewusst machen und sie gezielt einsetzen ", sagt sie. "Das geht nicht von heute auf morgen. Man muss üben – wie ein Marathonläufer, der mit der Kurzstrecke anfängt." Ein Coach kann dabei hilfreich sein. Denn in vielen Fällen offenbaren sich die eigentlichen Schwächen erst durch einen professionellen Blick. "Völlig kontrollieren wird man seine eigene nonverbale Kommunikation allerdings nie. Es lässt sich nicht alles wegtrainieren ", sagt Caroline Krüll. "Weil die Körpersprache situationsbezogen und unbewusst erfolgt, kann sie nicht total manipuliert werden." 

Bei Ärger am Arbeitsplatz sollte man aber seine Hände unbedingt im Griff haben: Denn auch nonverbal Gesagtes kann unangenehme Folgen haben. Wer seinem Chef zum Beispiel allzu deutlich mit dem Finger signalisiert, was er von ihm hält – und hier ist nicht das Daumenhoch-Zeichen gemeint –, kann richtig Ärger kriegen. Das Vogelzeigen und der Stinkefinger gelten als Beleidigung am Arbeitsplatz, die arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen können – unter bestimmten Umständen sogar die außerordentliche Kündigung.

Fünf Tipps für die optimale Begrüßung:

  1. Beachten Sie die Hierarchie - der Chef gibt zuerst die Hand.
  2. Drücken Sie die andere Hand fest. aber nicht zu kraftvoll.
  3. Bei einem angemessenen Abstand zum Gegenüber ist der Ellenbogen leciht angewinkelt.
  4. Schütteln Sie die Hand nicht länger als drei Sekunden und nicht mehr als drei Mal.
  5. Schauen Sie Ihrem Gegenüber beim Händereichen in die Augen - ein freundliches Lächeln kann dabei nicht schaden.
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