Elternzeit

Rückkehr in Vollzeit

Mütter und Väter sollen einen "Rechtsanspruch auf Rückkehr in Vollzeit"bekommen. Das verlangt Bundesfamilienministerin Schröder für Elternteile, die in Teilzeit gegangen sind oder im Job pausiert haben, um ihr Kind zu betreuen. Diesen Rechtsanspruch gibt es längst. Wer ihn nutzen will, muss allerdings ein paar Dinge beachten.

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Eltern eines Kleinkindes können zu dessen Betreuung Elternzeit nehmen.

 Eltern eines Kleinkindes können zu dessen Betreuung eine sogenannte Elternzeit nehmen. Sie können dazu entweder ganz aus Ihrem Job aussteigen oder kürzer treten und mit dem Arbeitgeber eine Teilzeitbeschäftigung zwischen 15 und 30 Stunden in der Woche vereinbaren. Während der Elternzeit besteht Kündigungsschutz.

Einen Rechtsanspruch auf Rückkehr in die frühere Vollzeitbeschäftigung haben Mütter und Väter aber nur unmittelbar nach dem Ende der Elternzeit. Danach nicht mehr. Natürlich können sie mit ihrem Arbeitgeber vereinbaren, auch nach der Elternzeit in Teilzeit weiterzuarbeiten. Doch dann besteht die Gefahr, dass genau das passiert, was die Bundesfamilienministerin als "Klebeeffekt" bezeichnet, auf die einfache Formel gebracht: "Einmal Teilzeit – immer Teilzeit."

Die Elternzeit dauert maximal drei Jahre. 24 Monate davon müssen in den ersten drei Lebensjahren des Kindes genommen werden. Das dritte Jahr kann, wenn der Arbeitgeber zustimmt, auch später noch beansprucht werden – längstens aber bis das Kind acht Jahre alt ist.

Dafür, ob und wie lange Elterngeld gezahlt wird, spielt es keine Rolle, wie man sich die Elternzeit aufteilt: Gestützt auf das Bundeselterngeldgesetz kann ein Elternteil beispielsweise in den ersten beiden Lebensjahren seines Kindes auf eine Teilzeitstelle "um steigen", dann wieder Vollzeit arbeiten und im Einschulungsjahr nochmals die Teilzeitoption wahrnehmen.

Aber Achtung: Bei einem Arbeitsplatzwechsel ist der neue Chef nicht an die Zustimmung des alten Arbeitgebers gebunden.

Nach der Elternzeit lebt die alte vertragliche Arbeitszeit aus der Zeit vor der Geburt des Kindes wieder auf. Wer vor der Elternzeit wöchentlich 25 Stunden beschäftigt war, für den bleibt es auch danach bei diesen 25 Arbeitsstunden. Für ehemals Vollzeitbeschäftigte bleibt es bei der Vollzeit. Diese Regelung gilt ausnahmslos für Betriebe aller Größenordnung. Ein Anspruch auf genau denselben Arbeitsplatz besteht allerdings nicht, eine Versetzung auf einen gleichwertigen Arbeitsplatz ist möglich.

Tipp: Klare Vereinbarungen zur Elternzeit treffen
Die Elternzeit sollten Sie immer schriftlich mit klarer Ankündigung beantragen. Das ist auch für Arbeitnehmer in kleinen Betrieben wichtig, in denen vieles formlos läuft. Den Antrag stellen Sie spätestens sieben Wochen vor Beginn Ihrer Elternzeit. Die getroffenen Vereinbarungen sollten Sie sich in jedem Fall schriftlich bestätigen lassen.

Elternzeit – darauf ist zu achten:

  • Antrag stellen: spätestens sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit
  • Vereinbarungen verschriftlichen! Nicht auf mündliche Zusagen verlassen
  • Kontakt zum Betrieb halten: beispielsweise über Teilzeit, Urlaubs- oder Krankheitsvertretung
  • Nach der Elternzeit: sofort in alte Arbeitszeit zurückkehren

Einen Antrag auf Elternzeit finden Sie hier

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