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24.01.2012

Von: Rolf Winkel

Rechtsratgeber

Arbeitslosengeld

Das Arbeitslosengeld wird – in Abgrenzung zum Arbeitslosengeld (ALG) II („Hartz IV“) – auch Arbeitslosengeld I genannt. Das ALG I ist eine – zeitlich beschränkte – Versicherungsleistung der Bundesagentur für Arbeit.

Sie wird nur an diejenigen gezahlt, die längere Zeit Beiträge zur Arbeitslosenversicherung abgeführt haben. Auf ALG I haben Erwerbslose einen Rechtsanspruch. Wie hoch ihr Vermögen ist oder wie viel der Ehepartner verdient, spielt dabei keine Rolle. Übrigens: Wer einen Job mit weniger als 15 Stunden ausübt, gilt für die Arbeitsagenturen als arbeitslos und kann ALG I erhalten.

ALG I gibt es nach dem Gesetz nur für Arbeitnehmer, die das reguläre Rentenalter noch nicht erreicht haben, und

•    arbeitslos sind,
•    sich bei der Arbeitsagentur arbeitslos gemeldet,
•    die notwendige Anwartschaftszeit erfüllt haben,
•    dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Die Anwartschaftszeit für das Arbeitslosengeld erfüllen Erwerbslose, die in den letzten beiden Jahren vor dem Antrag mindestens zwölf Monate lang versicherungspflichtig beschäftigt waren. ALG I gibt es für Arbeitslose unter 50 maximal zwölf Monate lang, Ältere können die Leistung länger erhalten, ab 58 Jahren bis zu zwei Jahre lang.

Das ALG I beträgt etwa zwei Drittel des Nettoeinkommens vor der Arbeitslosigkeit (Kinderlose: 60 Prozent, Arbeitslose mit Kind: 67 Prozent). Wie hoch die Leistung ausfällt, können Sie hier ermitteln.

Tipp: Wenn Ihnen demnächst Arbeitslosigkeit droht, sollten Sie sich rechtzeitig vorher beraten lassen und sich die vom DGB-Bundesvorstand herausgegebenen „111 Tipps für Arbeitslose“ besorgen. Diese gibt es für 12,80 Euro im Buchhandel ( ISBN 978-3-7663-6025-0). Sie können nämlich die Höhe des ALG I beeinflussen, wenn Sie frühzeitig aktiv werden – etwa durch einen Steuerklassenwechsel.

Und noch ein Tipp: Wenn Sie eine Kündigung erhalten, müssen Sie sich umgehend arbeitssuchend melden – und zwar noch vor Eintritt der Arbeitslosigkeit. Andernfalls drohen Ihnen finanzielle Einbußen.

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